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Verbuchen von Versicherungsprämien in der Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung

3. Oktober 2011 von Martina J.

Ein Betrieb benötigt eine Vielzahl von Versicherungen - für den Fuhrpark, die Haftpflicht, das Geschäftslokal uvm. Die richtige Gestaltung des Kontenplans für die Versicherungen spart Zeit und Geld bei der Erstellung des Jahresabschlusses.

 

Darf bei Versicherungsprämien Vorsteuer abgezogen werden?

Echte Versicherungen enthalten keine Umsatzsteuer, sondern Versicherungssteuer. Die Versicherungssteuer darf nicht auf die Umsatzsteuer angerechnet werden, daher ist kein Vorsteuerabzug zulässig.

Davon müssen jedoch versicherungsähnliche Dienstleistungen wie zB die Verlängerung der Gewährleistungsfrist unterschieden werden, da diese hingegen oft Umsatzsteuer enthalten.

Aus diesem Grund darf die Beurteilung nie nur anhand der Abbuchung vom Bankkonto durchgeführt werden, es sind bei der Buchhaltung immer zumindest Kopien der vollständigen Unterlagen aufzubewahren. Ist der Einzug vom Bankkonto zu verbuchen, muss anhand der Unterlagen festgestellt werden, ob Versicherungssteuer oder Umsatzsteuer im Zahlbetrag enthalten sind.

 

Können alle Versicherungen auf ein Konto gebucht werden?

Alle Versicherungen auf ein Konto zu buchen ist in der Praxis nicht ratsam, wenn sich auch KFZ in Ihrem Betrieb befinden oder Gegenstände des Betriebs auch privat genutzt werden. Zur Erstellung des Jahresabschlusses müssten die Versicherungen in diesem Fall wieder mühevoll getrennt werden.

KFZ-Versicherungen

Auf jeden Fall sind Versicherungen für KFZ von anderen Versicherungsprämien zu trennen, da die tatsächlichen KFZ-Kosten in einer eigenen Kennzahl (9170) der Einkommensteuererklärung auszuweisen sind.

Lebens- und Personenversicherungen des Unternehmers

Er- und Ablebensversicherungen des Unternehmers sind bis auf wenige Ausnahmen - wie zB eine Ablebensversicherung zur Besicherung eines Firmenkredites - keine Betriebsausgaben.

Trotzdem können Sie in der Buchhaltung eines Einzelunternehmers mitgebucht werden, müssen jedoch auf einem eigenen, erfolgsneutralen Konto erfasst werden. Die Versicherungen sind zwar nicht als Betriebsausgabe absetzbar, können aber meist als Sonderausgabe in die Einkommensteuererklärung hineingenommen werden.

Private Kranken- oder Unfall-Zusatzversicherungen sind im Normalfall ebenso keine Betriebsausgaben, sondern als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen. Um die Prämien evident zu halten, können diese ebenso auf einem erfolgsneutralen Ausgabenkonto mitgeführt werden.

Bitte achten Sie auch darauf, dass die erfolgsneutralen Konten für Sonderausgaben keiner E 1a-Kennzahl zugeordnet sind.

Risikoversicherungen für den Betrieb

Andere Versicherungen für Büro oder Gebäude wie zB Feuerschutz-, Hagel-, Einbruchsversicherungen oder eine Haftpflicht für das Unternehmen sind normale Betriebsausgaben, die zusammengefasst in einer Kennzahl der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen sind.

Diese Versicherungen sollten trotzdem auf getrennten Konten verbucht werden, wenn versicherte Gegenstände sowohl betrieblich als auch privat genutzt werden. Ist das versicherte Gebäude sowohl privates Wohnhaus als auch Betriebsstätte, muss diese Versicherungsprämie getrennt von der Betriebshaftpflicht gebucht werden. Im Zuge der Jahresabschlusserstellung könnte für die Gebäudeversicherung eine Korrektur des Privatanteils erforderlich sein, die Betriebshaftpflicht wird dagegen eher rein beruflich veranlasst und dadurch zur Gänze abzugsfähig sein.

 

Beispiele für die Kontenplangestaltung

Ausgabenkonto für Sonderausgaben

Sonderausgaben wie zB die erwähnten Er- und Ablebensversicherungen sind Ausgaben, die in den Privatbereich des Unternehmers fallen. Daher dürfen Sie in der Einkommensteuererklärung auch nicht im Bereich der Betriebsausgaben zugeordnet werden.

Sollen solche Ausgaben über die betriebliche Buchhaltung verwaltet werden, benötigt man eigene Konten mit den gleichen Einstellungen wie das Privatkonto.

 

 

Ausgabenkonto für KFZ-Versicherung

Die PKW-Versicherung (Haftpflicht, Kasko) ist - die betriebliche Nutzung vorausgesetzt - als Betriebsausgabe zu buchen.

Vor der Überleitung dieser Ausgaben in die Einkommensteuererklärung sollten bei

- betrieblicher und privater Nutzung und/oder

- einem Gesamt-Kaufpreis des PKW von über 40.000 EUR

die Bewertung und damit verbundenen Kürzungen mit Ihrem Steuerberater geklärt werden.

Da die Versicherung keine Umsatzsteuer enthält, ist die Ausgabe für die monatliche UVA nicht relevant. Daher spricht idR nichts dagegen, im laufenden Jahr immer die gesamte Ausgabe zu verbuchen und erst im Zuge der Jahresabschlussarbeiten den Privatanteil zu korrigieren.

Versicherungsprämien

Ausgabenkonto für sonstige rein betriebliche Risiko-Versicherungen

Sonstige rein betriebliche Versicherungen wie betriebliche Haftpflicht oder Risikoversicherungen für betriebliche Gebäude und Räumlichkeiten können idR auf einem Konto "Versicherungen" zusammengefasst werden.

Versicherungsprämien

Verbuchung der Versicherungsausgaben

Abbuchung der KFZ-Haftpflicht-Jahresprämie in Höhe von EUR 800,-:

Abbuchung der monatlichen Prämie für die Lebensversicherung des Unternehmers in Höhe von EUR 200,-:

Abbuchung der Jahresprämie für die Betriebs-Haftpflichtversicherung in Höhe von EUR 1200,-:

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Das sagen die Anwender:

Christian Haberl
Alle technischen Aspekte werden von ProSaldo.net übernommen, das ist eine feine Sache. Wir müssen uns nicht drum kümmern, alles zu sichern.
Christian Haberl, Humanbrand Media GmbH
Meine Lieblingsfunktion? Die Umsatzsteuer-Voranmeldung! Da klick ich drauf, es kommt fix und fertig. Das finde ich faszinierend!
Elisabeth Maurer, VedaVital