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Kleinunternehmerpauschalierung: so zahlst du im besten Fall keine Einkommensteuer

Keine Einkommensteuer zahlen? Erfahre, wie du mit der Kleinunternehmer-Pauschalierung Geld sparen kannst – Berechnungsbeispiele inklusive!

Selbstständige berechnet ihre Kleinunternehmerpauschalierung am Laptop

Wenn du als Selbstständige:r unter € 55.000 Umsatz bleibst, kannst du deinen Gewinn pauschal ermitteln — und einen fixen Prozentsatz deiner Einnahmen als Betriebsausgaben absetzen, ohne einen einzigen Beleg dafür zu sammeln. Bei vielen EPU bleibt danach gar keine Einkommensteuer übrig.

Der Haken: Die Pauschalierung ist nicht automatisch die bessere Wahl. Wer hohe echte Betriebsausgaben hat, verschenkt damit Geld. Und der Prozentsatz ist für Dienstleistungsbetriebe deutlich niedriger als für alle anderen — was in der Praxis oft übersehen wird.

In diesem Guide erfährst du, wie die Kleinunternehmerpauschalierung 2026 funktioniert, wann sie sich für dich rechnet und wann nicht — inklusive Rechenbeispiel und einer einfachen Faustregel für die Entscheidung.

  • Wer die Pauschalierung nutzen darf — Umsatzgrenze € 55.000 seit 2025, mit 10 % Toleranz
  • Wie hoch die Pauschale ist — 45 % für die meisten Betriebe, 20 % für Dienstleister
  • Was du zusätzlich absetzen kannst — SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag, Arbeitsplatzpauschale
  • Die Faustregel für deine Entscheidung — eine einzige Zahl entscheidet, ob sich die Pauschalierung für dich lohnt
  • Wie ProSaldo.net dich dabei entlastet — deine Betriebseinnahmen stehen ohnehin schon sauber erfasst bereit

Kurz gesagt: Die Kleinunternehmerpauschalierung ist eine vereinfachte Gewinnermittlung für Selbstständige mit bis zu € 55.000 Jahresumsatz. Statt einzelne Betriebsausgaben zu belegen, setzt du pauschal 45 % deiner Betriebseinnahmen ab — bei Dienstleistungsbetrieben 20 %. Zusätzlich abziehbar bleiben die Sozialversicherungsbeiträge und der Grundfreibetrag des Gewinnfreibetrags. Sie lohnt sich immer dann, wenn deine tatsächlichen Betriebsausgaben unter dem Pauschalsatz liegen.

Was ist die Kleinunternehmerpauschalierung?

Die Kleinunternehmerpauschalierung ist eine besondere Form der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Du erfasst deine Betriebseinnahmen wie gewohnt. Statt aber jede Ausgabe einzeln aufzuzeichnen und zu belegen, ziehst du einen pauschalen Prozentsatz ab.

Das spart vor allem Aufwand. Keine Belegsammlung für Bürobedarf, keine Abschreibungstabellen, keine Diskussionen über die betriebliche Nutzung eines Laptops.

Wichtig zur Abgrenzung: Das ist eine einkommensteuerliche Regelung. Die Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer ist etwas anderes — auch wenn beide inzwischen an dieselbe Grenze von € 55.000 anknüpfen. Mehr dazu in unserem Artikel zur Kleinunternehmerregelung in Österreich.


Wer darf die Pauschalierung nutzen?

Nutzen können sie natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften — also Einzelunternehmer:innen und Selbstständige — sowie Mitunternehmerschaften.

VoraussetzungWert 2026
Maximaler Umsatz€ 55.000
Toleranz bei Überschreitenbis 10 % im selben Kalenderjahr unschädlich
GewinnermittlungEinnahmen-Ausgaben-Rechnung

Die Umsatzgrenze wurde mit 2025 von € 40.000 auf € 55.000 angehoben und damit an die Kleinunternehmergrenze bei der Umsatzsteuer angeglichen. Davor lag sie bei € 40.000 (2023–2024) und € 35.000.

Ausgeschlossen sind unter anderem:

  • Gesellschafter-Geschäftsführer:innen
  • Aufsichtsratsmitglieder
  • Stiftungsvorstände

Wie hoch ist die Pauschale?

Hier entscheidet sich, ob sich die Regelung für dich richtig lohnt oder nur ein bisschen:

BetriebsartPauschalsatzHöchstbetrag
Dienstleistungsbetriebe20 %€ 11.000
Alle übrigen Betriebe45 %€ 24.750

Ob dein Betrieb als Dienstleistungsbetrieb gilt, richtet sich nach der Dienstleistungsbetriebe-Verordnung. Beratung, Unterricht, IT-Dienstleistungen und ähnliche Tätigkeiten fallen typischerweise darunter — Handel und Produktion nicht. Bei Mischbetrieben ist die Einordnung nicht immer eindeutig, das ist ein guter Moment für eine kurze Rückfrage bei der Steuerberatung.


Was du zusätzlich absetzen kannst

Die Pauschale ist nicht alles. Zusätzlich zur pauschalen Betriebsausgabe darfst du abziehen:

  • Sozialversicherungsbeiträge (SVS) in voller Höhe
  • Grundfreibetrag des Gewinnfreibetrags — 15 % des Gewinns bis € 33.000 Gewinn, maximal € 4.950. Er wird bei der Pauschalierung automatisch berücksichtigt, du musst nichts investieren und nichts beantragen.
  • Arbeitsplatzpauschale — € 1.200 pro Jahr, wenn du keinen anderen Arbeitsraum außerhalb der Wohnung zur Verfügung hast (oder deine übrigen aktiven Einkünfte höchstens € 13.539 betragen). Sonst € 300.
  • 50 % eines Öffi-Tickets bei nachgewiesener betrieblicher Nutzung

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag ist bei der Pauschalierung dagegen nicht möglich — nur der Grundfreibetrag.

Rechenbeispiel: € 30.000 Umsatz

Schauen wir uns an, was das konkret bedeutet. Beispielbetrieb, kein Dienstleistungsbetrieb, € 30.000 Betriebseinnahmen im Jahr.

Variante A — mit Pauschalierung

PositionBetrag
Betriebseinnahmen€ 30.000,00
− Betriebsausgabenpauschale (45 %)− € 13.500,00
− SVS-Beiträge (Annahme)− € 5.000,00
Gewinn€ 11.500,00
− Grundfreibetrag (15 %)− € 1.725,00
Steuerbemessungsgrundlage€ 9.775,00
Einkommensteuer€ 0,00

Warum null? Weil das Einkommen unter der Steuerfreigrenze von € 13.539 (Wert 2026) bleibt.

Variante B — klassische Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Gleicher Betrieb, gleicher Umsatz, aber mit tatsächlichen Betriebsausgaben von € 3.000 plus € 1.000 Abschreibung.

PositionBetrag
Betriebseinnahmen€ 30.000,00
− tatsächliche Betriebsausgaben inkl. AfA− € 4.000,00
− SVS-Beiträge (Annahme)− € 5.000,00
Gewinn€ 21.000,00
− Grundfreibetrag (15 %)− € 3.150,00
Steuerbemessungsgrundlage€ 17.850,00
Einkommensteuer (20 % über € 13.539)≈ € 862,00

Die Pauschalierung spart in diesem Fall rund € 862 Einkommensteuer — und dazu die gesamte Belegarbeit für die Betriebsausgaben.

Die SVS-Beiträge sind hier eine Annahme. Deine tatsächlichen Beiträge hängen von Gewinn, Versicherungsjahr und einer möglichen Neugründungsförderung ab. Rechne mit deinen echten Werten.

Und als Dienstleistungsbetrieb? Bei 20 % statt 45 % sieht dieselbe Rechnung so aus: € 6.000 Pauschale, Gewinn € 19.000, Grundfreibetrag € 2.850, Bemessungsgrundlage € 16.150 — macht rund € 522 Einkommensteuer. Immer noch besser als Variante B, aber der Vorsprung schmilzt deutlich.


Die Faustregel: lohnt sich das für dich?

Du musst dafür keine zwei kompletten Steuererklärungen durchrechnen. Es genügt eine Zahl:

Liegen deine tatsächlichen Betriebsausgaben unter dem Pauschalsatz, gewinnst du mit der Pauschalierung. Liegen sie darüber, verlierst du.

Im Beispiel oben waren die echten Ausgaben € 4.000 bei € 30.000 Umsatz — also rund 13 %. Deutlich unter 45 %, die Pauschalierung gewinnt klar.

Ein Handelsbetrieb mit Wareneinsatz von 60 % des Umsatzes liegt weit über 45 % — für den ist die Pauschalierung eine schlechte Idee. Ein Dienstleistungsbetrieb mit 25 % echten Ausgaben liegt über seinen 20 % — auch hier ist die klassische Rechnung besser.


Was bedeutet das für dich? (Praxis-Check)

  1. Umsatz prüfen: Lagst du im Jahr unter € 55.000? Dann kommst du grundsätzlich infrage.
  2. Betriebsart klären: Dienstleistungsbetrieb (20 %) oder nicht (45 %)? Das entscheidet über die halbe Ersparnis.
  3. Ausgabenquote rechnen: Tatsächliche Betriebsausgaben ÷ Betriebseinnahmen. Liegt der Wert unter deinem Pauschalsatz, ist die Pauschalierung die bessere Wahl.
  4. Zusatzabzüge nicht vergessen: SVS, Grundfreibetrag, gegebenenfalls Arbeitsplatzpauschale.
  5. Vor dem Wechsel kurz Rücksprache halten: Mit einem Wechsel ändern sich auch deine Aufzeichnungspflichten. Ein kurzer Check mit der Steuerberatung kostet wenig und verhindert Überraschungen.

So hilft dir ProSaldo.net dabei

Für die Pauschalierung brauchst du vor allem eines: den sauberen, vollständigen Stand deiner Betriebseinnahmen. Genau den hast du in ProSaldo.net ohnehin schon — deine Ausgangsrechnungen und Zahlungseingänge sind laufend erfasst, du musst sie zum Jahresende nicht erst zusammensuchen.

Mit ProSaldo.net siehst du jederzeit, wo du im Jahr bei der € 55.000-Grenze stehst — und merkst rechtzeitig, wenn es eng wird.

Und wenn du am Ende doch mit der klassischen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung besser fährst: Die Belege sind ebenfalls schon da, inklusive Bankanbindung und Rechnungsscan.

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Mit ProSaldo.net hast du deine Betriebseinnahmen und -ausgaben 2026 jederzeit auf einen Blick – so siehst du in Minuten, ob sich die Pauschalierung für dich rechnet, statt erst am Jahresende alles zusammenzusuchen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Kleinunternehmerpauschalierung?

Eine vereinfachte Gewinnermittlung im Rahmen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung: Du setzt einen pauschalen Prozentsatz deiner Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben an und musst diese Ausgaben nicht einzeln belegen.

Bis zu welcher Grenze darf ich sie nutzen?

Seit 2025 bis zu einem Umsatz von EUR 55.000. Ein Überschreiten um bis zu 10 % im selben Kalenderjahr ist unschädlich. Davor lag die Grenze bei EUR 40.000 (2023–2024) bzw. EUR 35.000.

Wie hoch ist die Pauschale?

Grundsätzlich 45 % der Betriebseinnahmen, höchstens EUR 24.750. Für Dienstleistungsbetriebe sind es 20 %, höchstens EUR 11.000. Beide Deckel gelten seit 2025.

Was kann ich zusätzlich absetzen?

Neben der Pauschale die Sozialversicherungsbeiträge, den Grundfreibetrag des Gewinnfreibetrags, die Arbeitsplatzpauschale sowie 50 % eines Öffi-Tickets bei nachgewiesener betrieblicher Nutzung.

Ist die Kleinunternehmerpauschalierung dasselbe wie die Kleinunternehmerregelung?

Nein. Die Pauschalierung betrifft die Einkommensteuer, die Kleinunternehmerregelung die Umsatzsteuer. Beide knüpfen seit 2025 an dieselbe Grenze von € 55.000 an, sind aber getrennt zu betrachten.

Wer darf die Pauschalierung nicht nutzen?

Ausgenommen sind unter anderem Gesellschafter-Geschäftsführer:innen, Aufsichtsratsmitglieder und Stiftungsvorstände.

Lohnt sich die Pauschalierung für mich?

Das hängt davon ab, wie hoch deine tatsächlichen Betriebsausgaben sind: Liegen sie unter dem Pauschalsatz, zahlst du mit der Pauschalierung weniger Steuer — liegen sie darüber, fährst du mit der klassischen Gewinnermittlung besser. Weil du mit dem Wechsel auch Aufzeichnungspflichten veränderst, besprich die Umstellung am besten vorher mit deiner Steuerberatung.

Fazit: weniger Belege, oft weniger Steuer — aber nicht für jeden

Die Kleinunternehmerpauschalierung nimmt dir bis € 55.000 Umsatz einen großen Teil der Belegarbeit ab. Bei niedrigen echten Betriebsausgaben bleibt am Ende häufig gar keine Einkommensteuer übrig. Die Entscheidung selbst ist schnell getroffen: Ausgabenquote ausrechnen, mit dem Pauschalsatz vergleichen, fertig.

Mit ProSaldo.net hast du die Zahlen für genau diesen Vergleich das ganze Jahr über griffbereit — und siehst rechtzeitig, wenn du dich der Umsatzgrenze näherst.

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Externe Quellen

Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Bei konkreten Fragen empfiehlt sich die Beratung durch einen österreichischen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Rechtsstand: September 2026.

Birgit Linder

Birgits Kreativität ist grenzenlos. Seit 2010 liefert sie als Content Manager Texte, Beiträge und Inhalte für ProSaldo.net und begeistert die Zielgruppe mit Inhalten rund um das Thema Selbstständigkeit.