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Die Umsatzsteuer - Grundlagen zu USt und Umsatzsteuervoranmeldung

15. Juli 2010 von Martina J.

In einer Reihe an Blog-Artikeln verpacken wir alles Wissenswerte über die Umsatzsteuer und die Umsatzsteuervoranmeldung (UVA). Leicht verständlich erklären wir Basisbegriffe, bringen aber auch Details zu zB UVA-Formular und wie man dieses befüllt.

Heute starten wir mit Allgemeinem zur Umsatzsteuer und - besonders interessant für EPUs und Selbständige - den Grundlagen zur Umsatzsteuervoranmeldung, mit Umsatzgrenzen und Fristen.

1 Definitionen zur Umsatzsteuer

Der Umsatz ist der Erlös, welcher beim Verkauf einer Ware oder Dienstleistung erzielt wird und von dem die Umsatzsteuer zu berechnen ist.

Erlös ist nicht gleich Gewinn! Beim Erlös handelt es sich um den reinen Gegenwert aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Der Gewinn ist der „Rest“ der Ihnen nach Abzug der Aufwendungen in Summe übrig bleibt. Dieser Gewinn unterliegt der Einkommensteuer. Für die Berechnung der Umsatzsteuer ist hingegen der Erlös maßgeblich.

Die Umsatzsteuer ist eine Steuer, die den Leistungsaustausch besteuert. Basis für die Umsatzsteuer ist der Erlös.

Die Vorsteuer ist die ausgewiesene Umsatzsteuer, welche ein Unternehmer an einem anderen Unternehmer beim Leistungsaustausch bezahlt hat, und sich im Rahmen des Vorsteuerabzuges geltend machen kann.

Der Nettobetrag ist der Verkaufsbetrag ohne Steuer, also auch die Basis zur Berechnung der Umsatzsteuer.

Der Bruttobetrag ist der Verkaufsbetrag inkl. Umsatzsteuer.

Umsatzsteuervoranmeldungen sind unterjährig, monatlich oder quartalsweise, als Vorabmeldung an das Finanzamt zu erbringen.

Die Umsatzsteuererklärung ist nach Ablauf eines Geschäftsjahres von jedem Unternehmer zu erstellen und elektronisch bis 30. Juni des Folgejahres einzubringen.

2 Wer muss Umsatzsteuer abführen?

Die Umsatzsteuer wird vom Unternehmer geschuldet, der eine Ware oder Dienstleistung verkauft und ist an das Finanzamt abzuführen.

Kleinunternehmer, die eine Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 nicht überschreiten, sind unecht steuerbefreit (eine nähere Erläuterung dieses Begriffes erfolgt in einem weiteren Blog), können aber auf Antrag auf diese Umsatzsteuerbefreiung verzichten.

3 Wann unterliegt ein Umsatz der Umsatzsteuer?

Grundsätzlich unterliegt jeder unternehmerische Umsatz der Umsatzsteuer.

Steuerbare Umsätze nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG 1994 §1 Abs 1) sind:

  • Die Lieferungen und Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt;
  • der Eigenverbrauch im Inland;
  • die Einfuhr von Gegenständen (Einfuhrumsatzsteuer) aus dem Drittlandsgebiet in das Inland.
  •  

4 Berechnung der Umsatzsteuer

Als Basis zur Berechnung der Umsatzsteuer wird das Nettoentgelt der verkauften Ware oder Dienstleistung herangezogen. Nettobetrag plus Umsatzsteuer ergeben somit den Warenverkaufspreis. Den errechneten Umsatzsteuerbetrag müssen Sie nun an das Finanzamt entrichten.

Die geltenden Umsatzsteuersätze für Österreich sind:

  • 20% Normalsteuersatz
  • 10% ermäßigter Steuersatz, gilt z.B. für Lebensmittel, Arzneimittel, Bücher, etc. (eine taxative Auflistung findet sich im  UStG §10)
  • 12% ermäßigter Steuersatz, z.B. für Wein (eine taxative Auflistung findet sich im  UStG §10)

Beispiel: Ihre Ware hat einen Nettowert von EUR 500,00 + 20% USt EUR 100,00 = einen Gesamtverkaufsbetrag von EUR 600,00

 

5 Vorsteuerabzug

Kaufen Sie als Unternehmer eine Ware oder Dienstleistung zu, so können Sie in der Regel diese bezahlte Umsatzsteuer (= Vorsteuer) beim Finanzamt zurück fordern.

6 Umsatzsteuervoranmeldung & Fälligkeit der Umsatzsteuer

 

6.1 Allgemein

Die Umsatzsteuer ist eine selbst zu berechnende Abgabe. In der Praxis werden Umsatzsteuer und Vorsteuer pro Periode (Monat oder Quartal) errechnet. Ist in einer Periode die Umsatzsteuer höher als die Vorsteuerforderung gegenüber dem Finanzamt, so spricht man von einer Umsatzsteuerzahllast. Diese Zahllast ist an das Finanzamt als Vorauszahlung abzuführen.

Wenn Ihre Umsätze im vorangegangen Kalenderjahr die Grenze von EUR 100.000,00 nicht überschritten haben, so müssen Sie keine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt übermitteln. Beachten Sie aber bitte jedenfalls, dass die Einzahlung der Umsatzsteuerzahllast zeitgerecht erfolgen muss.

Den umgekehrten Fall nennt man Überschuss, welchen Sie vom Finanzamt zurück fordern können. Haben Sie eine Gutschrift und somit eine Forderung gegenüber dem Finanzamt errechnet, so müssen Sie trotzdem eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einbringen. Ein etwaiges Guthaben können Sie dann für andere Steuerverbindlichkeiten verwenden, oder sich mittels eines Antrages zurückzahlen lassen.

6.2 Voranmeldungszeitraum

Gewöhnlich gilt der Kalendermonat als Voranmeldungszeitraum. Wenn Ihre Umsätze im letzten Kalenderjahr die Höhe von EUR 22.000,00 nicht überstiegen haben, so dürfen Sie aus Vereinfachungsgründen als Voranmeldezeitraum das Kalendervierteljahr (Quartal) wählen.

6.3 Fristen und Fälligkeiten

Die Umsatzsteuerzahllast ist bis spätestens am 15. des auf den Voranmeldungszeitraum zweitfolgenden Kalendermonates an das Finanzamt zu überweisen. An diesem Fälligkeitstag ist auch die Umsatzsteuervoranmeldung, elektronisch über Finanzonline, beim Finanzamt einzubringen.

Beispiel:
Ihre im Monat Mai entstandene Umsatzsteuerzahllast muss bis spätestens 15. Juli an das Finanzamt bezahlt und Ihre Umsatzsteuervoranmeldung für den Monat Mai muss ebenfalls bis zu diesem Termin beim Finanzamt eingereicht werden.

6.4 Elektronische Einbringung der Umsatzsteuervoranmeldung

Grundsätzlich ist die Umsatzsteuervoranmeldung elektronisch über Finanzonline zu übermitteln. Eine Ausnahme gilt dann, wenn dies mangels technischer Voraussetzungen, wie etwa ein fehlender Internet-Anschluss, nicht möglich oder zumutbar ist. Dann haben Sie die Möglichkeit einen amtlichen Vordruck – das U 30 Formular – beim Finanzamt direkt abzugeben.

Beispiel: Das Gesetz stellt hier ganz klar auf die Zumutbarkeit ab. Wird vom Einbringer z.B. ein Internet-Anschluss als Ausgaben geltend gemacht, so ist der Antrag jedenfalls elektronisch einzubringen, da dann nicht auf die mangelnden technischen Voraussetzungen abgestellt werden kann.

7 Wissenswertes zur Umsatzsteuer

Das Umsatzsteuergesetz in der aktuellen Fassung stammt aus dem Jahr 1994 (UStG 1994) wurde aber im Laufe der Jahre durch diverse Erlässe, Novellen, Richtlinien und Begleitgesetze adaptiert.

Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine Allphasensteuer, was bedeutet, dass in jeder Phase der Wertschöpfungskette bis zum Endverbraucher eine Umsatzsteuer erhoben wird.

7.1  Einteilung der Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist eine

  • Objektsteuer weil eine Sache und nicht eine Person besteuert wird
  • Verkehrssteuer weil sie durch einen Leistungsaustausch ausgelöst wird
  • Verbrauchersteuer weil nur der Endverbraucher tatsächlich damit belastet wird
  • Indirekte Steuer weil sie zwar vom Endverbraucher letztendlich bezahlt, aber vom Unternehmer (Verkäufer) an das Finanzamt abgeführt werden muss
  • Gemeinschaftliche Bundesabgabe weil sie Bund, Ländern und Gemeinden gemeinschaftlich zusteht

7.2  Erhebungsformen der Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird erhoben durch

  • Umsatzsteuervoranmeldung, welche monatlich/quartalsweise an das Finanzamt gemeldet werden muss
  • Veranlagung durch die Umsatzsteuererklärung, welche im Rahmen der Jahreserklärung (unter Berücksichtigung der Vorauszahlungen) erstellt wird.

 

Weitere Blog-Artikel zum Thema folgen:

  • Unterscheidung steuerpflichtigen, steuerfreien, steuerbaren, nicht steuerbaren Umsätzen
  • Das UVA – Formular im Detail
  • Voraussetzungen für einen Vorsteuerabzug
  • Entstehung der Steuerschuld
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Das sagen die Anwender:

Stefan Guggemos
Meine Lieblingsfunktion? Die Umsatzsteuer-Voranmeldung! Da klick ich drauf, es kommt fix und fertig. Das finde ich faszinierend!
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