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Die Umsatzsteuer - das UVA-Formular im Detail - letzter Teil

4. Januar 2011 von Martina J.

Im nunmehr vierten und letzten Teil unserer Blog-Serie UVA-Formular im Detail erhalten Sie ausführliche Informationen zu den noch verbleibenden Kennzahlen des Formulars, welche die Vorsteuer sowie die abschließenden Formalitäten betreffen.

Weiter also mit genaueren Hinweisen ab der Kennzahl 060:

Berechnung der abziehbaren Vorsteuer

Kennzahl 060

In Kennzahl 060 sind sämtliche ausgewiesenen Steuerbeträge für erhaltene inländische Lieferungen und sonstige Leistungen anzusetzen.

Aber Achtung:

1)      Der Steuerbetrag muss auf der Rechnung gesondert ausgewiesen sein (außer bei Kleinbetragsrechnungen bis EUR 150,00)

2)      Die Rechnung muss den gesetzlich geforderten Rechnungsanforderungen entsprechen [1]

3)      Auf keinen Fall dürfen hier Steuerbeträge eingetragen werden, bei denen es sich um Rechnungen aus dem Ausland mit ausgewiesener Umsatzsteuer handelt.
Wenn Sie solche Rechnungen aus dem EU-Ausland erhalten, so können Sie diese Vorsteuern beim jeweiligen Mitgliedsland über das FinanzOnline-Portal zur Rückerstattung beantragen. Rechnungen mit Umsatzsteuerausweis aus Drittländern sind in Papierform beim jeweiligen Land einzureichen. In die österreichische Umsatzsteuervoranmeldung gehören diese Beträge jedenfalls nicht!!!

Kennzahl 061

Wenn Sie Waren aus einem Drittland erhalten, so wird gewöhnlich dafür eine Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) fällig, welche an die Zollbehörde zu entrichten ist. Auch die Einfuhrumsatzsteuer können Sie als Vorsteuerabzug geltend machen, wenn grundsätzlich ein Vorsteuerabzug gegeben ist. Wenn also die Einfuhrumsatzsteuer bereits an die Zollbehörde (z.B. von der Spedition) entrichtet wurde, so machen Sie Ihr Recht auf den Vorsteuerabzug durch einen Eintrag in der Kennzahl 061 geltend. Die Höhe des Betrages ersehen Sie aus dem Zollbescheid.

Kennzahl 083

Die Kennzahl 083 betrifft ebenfalls die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt). In diesem Fall wurde aber die „Schuld“ der EUSt bereits auf Ihrem Finanzamtskonto vermerkt.

Kennzahl 065

Liegt grundsätzlich eine Vorsteuerabzugsberechtigung vor, so gilt das auch für Rechnungen aus der EU für innergemeinschaftliche Erwerbe.

Achtung:

Das betrifft wiederum nur jene Rechnungen, bei welchen die Umsatzsteuer nicht enthalten ist, aber den Vermerk aufweisen, dass es sich hierbei um einen innergemeinschaftlichen Erwerb handelt.

In Kennzahl 065 werden jene Vorsteuerbeträge geltend gemacht, die bereits als Umsatzsteuer in den Kennzahlen 072, 073 und 088 angesetzt wurden. Diese Umsatzsteuer hat vorerst die Zahllast erhöht und wird jetzt durch das gleichzeitige Melden der dazu gehörenden Vorsteuer neutralisiert (ergibt somit Null).

Kennzahlen 066, 082, 087 und 089

In diesen Kennzahlen werden nun jene Vorsteuern geltend gemacht, die aus einem Übergang der Steuerschuld resultieren und als Umsatzsteuer bereits in den Kennzahlen 057, 048, 044 und 032 erfasst wurden und kein Ausschluss vom Vorsteuerabzug besteht.

Kennzahl 064

Nichtunternehmer oder Unternehmer, die nicht im Rahmen ihrer betrieblichen Tätigkeit innergemeinschaftliche Fahrzeugkäufe tätigen, haben die Möglichkeit, die entrichtete Umsatzsteuer (siehe dazu Kennzahl 018) als Vorsteuer geltend zu machen. Hierzu muss der entsprechende Eintrag in Kennzahl 064 vorgenommen werden.

Kennzahl 062

In Kennzahl 062 werden die unter den Kennzahlen 060, 061, 083, 065, 066 und 082 erfassten Vorsteuern eingetragen, bei denen es sich um unecht steuerbefreite Umsätze (Grundstücksumsätze, Kleinunternehmer und übrige steuerfreie Umsätze) handelt.

Ebenso sind hier jene Umsätze anzuführen, für die im Ausland bereits Steuern angefallen sind, die im Inland aber unecht steuerbefreit wären.

Diese Steuerbeträge werden mit dem Eintrag wieder hinzu gerechnet und erhöhen damit die Zahllast.

Kennzahl 063

Wenn sich im Veranlagungszeitraum die Verhältnisse für den Vorsteuerabzug geändert haben, so sind diese Vorsteuerbeträge in Kennzahl 063 zu berichtigen.

Beispiel für Änderung der Verhältnisse:
Ein Gebäude wird errichtet, welches zur steuerpflichtigen Vermietung bestimmt ist, wozu es vorerst auch verwendet wird. Die erzielten Umsätze sind somit steuerpflichtig, daher kann grundsätzlich auch ein Vorsteuerabzug, sowohl für die Errichtung des Gebäudes als auch für die Erhaltungskosten geltend gemacht werden. Wird das Gebäude aber z.B. im Jahr der Inbetriebnahme steuerfrei verkauft, so ist die Vorsteuer zu korrigieren (für Folgejahre gilt die Zehntelberichtigung).

Kennzahl 067

In dieser Kennzahl sind Vorsteuerberichtigungen einzutragen, wenn eine Korrektur der Bemessungsgrundlage stattgefunden hat oder eine Berichtigung aufgrund der Uneinbringlichkeit (z.B. durch einen Konkurs) eines Entgelts durchgeführt wurde.

Beispiel für Änderung der Bemessungsgrundlage:
Die B-GmbH kauft im Februar 2010 bei der A-GmbH einen (vorsteuerabzugsfähigen) LKW. A-GmbH fakturiert EUR 50.000,00 zuzüglich 20 % USt (= EUR 10.000,00) an die B-GmbH. Bei der A-GmbH entsteht nun also eine Umsatzsteuerschuld von EUR 10.000,00. Gleichzeitig wird dieser Kauf in der B-GmbH nun in das Anlagevermögen verbucht und die an die B-GmbH zu bezahlende Umsatzsteuer von der B-GmbH als Vorsteuerabzug in der UVA geltend gemacht.
Im August erfolgt nun seitens der A-GmbH aufgrund eines Mangels eine Gutschrift in der Höhe von EUR 5.000,00. Der Umsatz der A-GmbH wird dadurch geschmälert, dadurch reduziert sich nun nachträglich auch die zu leistende Umsatzsteuer um EUR 1.000,00. Für die B-GmbH bedeutet das jetzt eine Verringerung des Gesamtpreises und damit auch eine Verminderung der abziehbaren Vorsteuer, welche die B-GmbH nun ebenfalls korrigiert in ihrer UVA (KZ 067) melden muss. Die B-GmbH muss diese EUR 1.000,00 nun an das Finanzamt abführen.
 

In den Kennzahlen 060 und / oder 065 enthaltene Vorsteuern

Kennzahl 027

Wurde für ein vorsteuerabzugsfähiges Kraftfahrzeug der Vorsteuerabzug in den Kennzahl 060 oder 065 geltend gemacht, so ist dies in Kennzahl 027 gesondert auszuweisen.

Kennzahl 028

Ebenso wie bei den Fahrzeugen verhält es sich mit den Vorsteuern zu Gebäuden. Wurden in den Kennzahlen 060 oder 065 Vorsteuern im Zusammenhang mit Gebäuden eingetragen, so sind diese in der Kennzahl 028 ebenfalls einzutragen.

Sonstige Berichtigungen

Kennzahl 090

Einträge bei dieser Kennzahl müssten Sie beispielsweise vornehmen, wenn Sie Korrekturen zu vorangegangenen Veranlagungszeiträumen erfassen. Hier ist der Steuerbetrag, um den die Korrektur vorgenommen werden soll, einzutragen.

Vorauszahlung (Zahllast) oder Überschuss (Gutschrift)

Schlussendlich ergibt sich aus Ihren Einträgen in der Umsatzsteuervoranmeldung eine Zahllast oder ein Guthaben gegenüber dem Finanzamt.

Die Zahllast ist jener Betrag, welchen Sie an das Finanzamt bis zum 15. des übernächsten Monats, bei monatlicher Voranmeldung[2], abzuführen haben.

Wenn Sie einen Überschuss (der Betrag wird dann mit „-“ angezeigt) errechnen, so können Sie dieses „Guthaben“ beim Finanzamt bestehen lassen oder eine Rückzahlung beantragen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, eine Überrechnung auf andere Steuerabgaben, welche Sie gewöhnlich an das Finanzamt entrichten, mit einer Beilage zum UVA-Formular, dem Formular U 31 zu beantragen. Lesen Sie darüber mehr in einem unserer nächsten Blogs.

Abschließende Informationen

Das UVA-Formular ist firmenmäßig zu unterfertigen und an das Finanzamt zu übersenden.

Wenn Sie das Formular elektronisch über prosaldo.net oder eine andere Buchhaltungssoftware direkt über das FinanzOnline-Portal einreichen, so müssen Sie dieses selbstverständlich nicht unterfertigen. In diesem Fall unterbleibt die Unterschrift, da Sie die Einreichung ohnehin nur mit Ihrem speziellen Zugangscode durchführen können.

Am Ende des Geschäftsjahres ist dann eine Jahreserklärung zur Umsatzsteuer analog zur Umsatzsteuervoranmeldung mit dem Formular U 1 an das Finanzamt abzugeben. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist ja – wie schon der Namen sagt – nur eine Vorausmeldung, welche mit Vorauszahlungen verbunden ist. Im Zuge der Umsatzsteuererklärung werden dann auch etwaige Berichtigungen, welche unterjährig nicht korrigiert wurden, durchgeführt und schlussendlich für das gesamte Geschäftsjahr an das Finanzamt gemeldet.


[1] Siehe dazu auch Blog vom 27. April 2010: Belegkontrolle für Vorsteuerabzug – was muss auf die Rechnung?

[2] Siehe dazu auch Blog vom 15. Juli 2010: Die Umsatzsteuer – Grundlagen zu USt und Umsatzsteuervoranmeldung

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Das sagen die Anwender:

Stefan Guggemos
Meine Lieblingsfunktion? Die Umsatzsteuer-Voranmeldung! Da klick ich drauf, es kommt fix und fertig. Das finde ich faszinierend!
Elisabeth Maurer, VedaVital
ProSaldo.net war von Anfang an selbsterklärend, sodass wir mit wenigen Rückfragen bei unserer Steuerberaterin selbstständig mit dem Programm arbeiten konnten.