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Rechnungen schreiben mit
dem Normalwert als Bemessungsgrundlage

23. April 2013 von Martina J.

Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2012 wurde die besonders günstige Abgabe von Lieferungen oder Leistungen an Mitarbeiter, Freunde oder Familie umsatzsteuerlich neu geregelt. In betroffenen Fällen ist die Umsatzsteuer nicht mehr vom Verkaufspreis sondern vom Normalwert zu berechnen.

 

Was bedeutet „Normalwert“?

Unter dem Normalwert versteht man jenen Preis, den ein Fremder für die gleiche Leistung oder Lieferung hätte bezahlen müssen oder der demjenigen verrechnet worden wäre, hätte er die Leistung bei einem anderen Unternehmen erworben. Unter dem Normalwert versteht man also einen fremdüblichen Preis.

Beispiel:

Ein Tischler (selbstständiger Unternehmer) fertigt eine Sitzecke aus Holz nach Maß für seinen Neffen an. Verrechnet wird lediglich der Einkaufspreis des Materials in Höhe von EUR 500,00 netto.

Ein anderer Kunde hätte für die gleiche Sitzecke EUR 3.000,00 netto bezahlt (Material plus Arbeitszeit und Allgemeinkosten).

In diesem Beispiel beträgt der Normalwert EUR 3.000,00, da um diesen Preis die Lieferung oder Leistung im Normalfall verrechnet worden wäre.

 

Welche Auswirkung hat die Bestimmung über den Normalwert?

Kommen die Bestimmungen des § 4 Abs. 9 UStG zur Anwendung, darf die Umsatzsteuer nicht vom Verkaufspreis berechnet werden, sondern vom Normalwert.

In obigem Beispiel wäre der Rechnungsbetrag wie folgt zu ermitteln:

Netto-Verkaufspreis: 500,00 EUR

zzgl. USt 3.000 x 20 % = 600,00 EUR

Gesamtbetrag: 1.100,00 EUR

 

Wann kommt der Normalwert zur Anwendung?

Der Normalwert kommt zur Anwendung wenn

  1. kein fremdüblicher Preis verrechnet wird
    UND
  2. dieser vergünstigte Preis aus außerbetrieblichen Gründen verrechnet wird (kein Abverkauf oder Lockangebot, dass auch Fremde in Anspruch nehmen können, sondern eine Vergünstigung, die nur aufgrund eines familiären/freundschaftlichen Nahverhältnisses oder für einen Mitarbeiter gewährt wird)
    UND
  3. der Unternehmer oder der Empfänger nicht oder nicht voll zum Vorsteuerabzug berechtigt ist
    UND
  4. es sich nicht um Kauf, Vermietung oder Verpachtung von Grundstücken handelt.

 

Wie kann eine solche Rechnung erstellt werden?

In den meisten Buchhaltungs- und Fakturierungsprogrammen ist es meist nicht möglich, manuell einen Umsatzsteuerbetrag einzugeben. Dies hat den Grund, dass die Rechnung später in die Umsatzsteuererklärung übernommen werden muss und dort nur solche Umsatzsteuerbeträge ausgewiesen werden können, die mit dem jeweiligen Prozentsatz genau zur Bemessungsgrundlage passen.

Es wäre in der Umsatzsteuererklärung zB nicht möglich, in der Kennzahl 022 eine Bemessungsgrundlage von EUR 500 auszuweisen und dazu einen Steuerbetrag in Höhe von EUR 600.

Die Abbildung eines solchen Sachverhaltes kann daher wie folgt durchgeführt werden (Fortsetzung Beispiel wie oben):

Normalwert

 

Wie wird eine solche Rechnung verbucht?

Auch hier empfiehlt sich die gleiche Vorgehensweise wie bei der Rechnungserstellung. Die Bemessungsgrundlage mit der Umsatzsteuer wird auf das Erlöskonto mit 20 % verbucht, die Differenz zwischen Normalwert und tatsächlichem Netto-Verkaufspreis wird ohne USt-Code mit Minus ausgebucht.

 

Beispiel doppelte Buchhaltung

Weiter mit „Split Haben“

Hinweis: Das Konto 4021 ist nicht im Standardkontenplan enthalten. An einfachsten erstellen Sie dieses Konto, wenn Sie Konto 4020 kopieren und anschließend bei Konto 4021 den Steuercode (320) entfernen (USt-Steuercode muss leer sein).

Mit „Split Haben übernehmen“ und „Buchen“ schließen Sie die Buchung ab.

Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung:

 

Beispiel Einnahmen/Ausgaben-Rechnung

Weiter mit „Split E/A“.

Hinweis: Das Konto ENW ist nicht im Standardkontenplan enthalten. An einfachsten erstellen Sie dieses Konto, wenn Sie Konto E20 kopieren und anschließend bei Konto ENW (oder beliebiger anderer Bezeichnung) den Steuercode (320) entfernen (USt-Steuercode muss leer sein).

Mit „Split übernehmen“ und „Buchen“ schließen Sie die Buchung ab.

Darstellung in der Erfolgsrechnung:

 

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Christian Haberl
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