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Betriebsvergrößerung für EPU

17. Dezember 2012 von Christina S.

Betriebsvergrößerung ist grundsätzlich etwas sehr Positives, das beispielsweise in Form von steigenden Umsatzzahlen erfolgen kann.

Wichtig dabei ist, dass das Management mit derartigen Veränderungen umzugehen weiß. Da die Erfahrung meist nicht vorhanden ist, kommt es nicht selten vor, dass sich Manager verkalkulieren, indem sie auf die hohen Umsatzzuwächse mit zahlreichen neuen, teuren Investitionen reagieren. Eine Fehlkalkulation dieser Art kann das Unternehmen aber sehr schnell in den finanziellen Abgrund stürzen.

Dieser Blogartikel weist auf ein Pilotprojekt hin, das EPU bei einer Betriebsvergrößerung unterstützen soll und zeigt gleichzeitig, wie sich bei einem E/A-Rechner Einnahmen und Ausgaben verändern, wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird.

 

Pilotprojekt von AMS und Junge Wirtschaft Steiermark

Selbstständige genießen einerseits zwar Flexibilität, müssen andererseits aber auch lange Arbeitszeiten und unregelmäßige Einkommensströme in Kauf nehmen. War die Geschäftsidee gut und das EPU wächst, beginnt man möglicherweise zu überlegen, ob man nicht doch einen Mitarbeiter anstellen sollte, um den vielen Kundenanfragen noch fristgerecht nachkommen zu können.

Dabei begibt man sich allerdings auf Neuland. Vorher war man nur für sich selbst verantwortlich und musste natürlich für seine Kunden ein loyaler Partner sein. Als Arbeitgeber allerdings hat man auch Verantwortung für seine Mitarbeiter, und viele schrecken vor den Unsicherheiten, die eine solche Umstellung mit sich bringt, zurück.

 

Unterstützung für EPU

Dies sind Gründe, warum die Junge Wirtschaft Steiermark und das AMS ein Pilotprojekt für EPU ins Leben gerufen haben, welches diese bei einer Betriebsvergrößerung unterstützen soll (siehe dazu http://www.diegruender.at/news/news.php?id=427).

Insbesondere soll den Unternehmern ein gutes Verständnis darüber vermittelt werden, welche Kosten und Nutzen mit der Einstellung eines neuen Mitarbeiters tatsächlich verbunden sind. Bei dem Projekt nehmen insgesamt 20 Unternehmen teil, die jeweils einen Mitarbeiter anstellen. Bezahlt wird dieser gemeinsam von dem Unternehmen und dem AMS, damit der Unternehmer zu Beginn nicht die gesamten Kosten selbst tragen muss. Die Mitarbeiter erhalten auch Schulungen, die vom AMS bezahlt werden.

Das Projekt ist sicherlich eine gute Möglichkeit, Einzelunternehmern zu zeigen, was es bedeutet, Arbeitgeber zu werden und bei der Entscheidung hilft, ob eine Betriebsvergrößerung zukünftig überhaupt in Betracht gezogen werden sollte.

 

BEISPIEL: Kalkulation für Betriebsvergrößerung (Annahme: Einnahmen-Ausgaben-Rechnung)

Um aufzuzeigen, welche zusätzlichen Ausgaben bei einer Betriebsvergrößerung durch Einstellung eines neuen Mitarbeiters entstehen, wird zunächst die derzeitige Erfolgsrechnung herangezogen und für einen Vorher-Nachher-Vergleich die geplanten Ausgaben kalkuliert.

Das fiktive EPU „Muster-Betrieb“ hat derzeit folgende Einnahmen und Ausgaben pro Monat:

Betriebsvergrößerung

Erfolgsrechnung des EPU „Muster-Betrieb“ in ProSaldo.net

Wie die Erfolgsrechnung in Abb. 1 (ohne Einstellung des ersten Mitarbeiters) zeigt, erwirtschaftet das EPU im August 2012 Einnahmen in Höhe von EUR 7.056,82, denen Ausgaben in Höhe von EUR 1.684,27 pro Monat gegenüberstehen.

 

Kosten für neuen Mitarbeiter kalkulieren

Für den Vergleich wird mithilfe des Brutto- Netto-Rechners kalkuliert, wie hoch die zusätzlichen Kosten für die Anstellung eines Mitarbeiters pro Jahr sein werden. Der Brutto-Netto-Rechner kann kostenlos unter http://onlinerechner.haude.at/brutto-netto-rechner.aspx aufgerufen werden.

Nehmen wir an, der Dienstnehmer verdient EUR 1.600,- pro Monat, außerdem nimmt er das kleine Pendlerpauschale in Anspruch. Er ist Angestellter, ihm werden aber keine Sachbezüge wie beispielsweise Firmen-PKW oder ein Firmen-Handy zur privaten Verwendung zur Verfügung gestellt. Es gibt keine Anteile, die lohnsteuerfrei sind. Weder Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB), der alleinerziehenden Steuerpflichtigen zusteht, sobald sie mehr als sechs Monate im Jahr nicht in einer Ehe- oder Lebensgemeinschaft leben und während dieser Zeit auch einen Kinderabsetzbetrag bekommen, noch Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) können geltend gemacht werden. Der AVAB beträgt ebenso wie der AEAB EUR 364,- im Jahr. Der AVAB steht jenen Steuerpflichtigen zu, die mehr als sechs Monate im Jahr mit einem (Ehe-)Partner zusammenleben und mindestens 1 Kind haben, für das mehr als sechs Monate im Jahr Familienbeihilfe bezogen wird. Betriebliche Vorsorge (BV) bedeutet, dass Arbeitgeber für ihre Angestellten in Pensionskassen einzahlen. Mittels des Brutto-Netto-Rechners werden die Sozialversicherung, der Dienstgeberbeitrag, der Dienstgeberzuschlag, die Kommunalsteuer sowie der Betriebs-Vorsorge-Beitrag automatisch nach Eingabe einiger weniger Daten berechnet.

Brutto-Netto-Rechner von haude electronica

Dem Arbeitgeber entstehen somit pro Mitarbeiter Kosten in Höhe von EUR 500,16 pro Monat.

 

Buchungsbeispiele

Im Monat der Einstellung ist darüber hinaus für den Mitarbeiter ein eigener Arbeitsplatz herzurichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf einen Schreibtisch EUR 430,-, ein Telefon EUR 250,- sowie einen PC um EUR 320,- (Angaben inkl. USt) und werden folgendermaßen gebucht:

Verbuchung Anschaffung Schreibtisch in ProSaldo.net

Der Schreibtisch kostet EUR 430,- brutto und fällt somit noch unter die geringwertigen Wirtschaftsgüter, da hier der Nettopreis ausschlaggebend ist. Die zugehörige Steuer errechnet sich wie folgt: 430/120*20= 71,67. Der Nettopreis beträgt somit EUR 358,33. Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter beträgt EUR 400,- (§ 13 EStG), also können wir unseren Schreibtisch noch als geringwertiges Wirtschaftsgut verbuchen.

Verbuchung Kauf Telefon in ProSaldo.net

Verbuchung Anschaffung PC in ProSaldo.net

Hinweis: Für von Ihnen verwendete Software-Programme wie zB Kundenverwaltung, Office, Virenschutz usw. können für den neuen Arbeitsplatz zusätzliche Lizenzkosten entstehen.

Am 31.08.2012 erhalten Sie die erste Gehaltsabrechnung für Ihren Dienstnehmer.

 

Brutto-Gehalt: 1600,00  
SV Dienstnehmer-Anteil: 289,12 = Buchung LV 1
Lohnsteuer: 109,30 = Buchung LV 2
Netto-Auszahlung: 1.201,58 = Buchung LV 3
     
SV Dienstgeber-Anteil: 349,28 = Buchung LV 4
Dienstgeberbeitrag (DB): 72,00 = Buchung LV 5
Zuschlag zum DB (DZ): 6,40 = Buchung LV 6
Kommunalsteuer: 48,00 = Buchung LV 7

 

Diese wird wie folgt verbucht:

Der Sozialversicherungsanteil des Dienstnehmers ist Bestandteil des Brutto-Gehalts und wird daher als Gehaltsaufwand verbucht:

Auch die Lohnsteuer ist Bestandteil des Brutto-Gehalts und stellt für den Dienstgeber somit Gehalts-Aufwand dar:

Der Rest des Brutto-Gehalts stellt den Auszahlungsbetrag an den Dienstnehmer dar, somit ist des Bruttogehalt in Höhne von EUR 1.600,- vollständig verbucht (der Saldo des Ausgabenkontos PV-GEH beträgt somit EUR 1.600,-).

Im Anschluss werden die auf der Abrechnung aufscheinenden Dienstgeberkosten verbucht.

Erfolgsrechnung für August 2012 in ProSaldo.net nach Anstellung eines Mitarbeiters

Das Ergebnis nach Einstellung eines neuen Mitarbeiters beträgt EUR 5.509,57.

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Das sagen die Anwender:

Christian Haberl
Meine Lieblingsfunktion? Die Umsatzsteuer-Voranmeldung! Da klick ich drauf, es kommt fix und fertig. Das finde ich faszinierend!
Elisabeth Maurer, VedaVital
Alle technischen Aspekte werden von ProSaldo.net übernommen, das ist eine feine Sache. Wir müssen uns nicht drum kümmern, alles zu sichern.
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