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Arzt-Selbstbehalt und Krankengeld für EPU

22. Mai 2013 von Christina S.

Da EPU finanziell ohnedies meist schon unter großem Druck stehen, steht zunehmend die Abschaffung des 20-prozentigen Selbstbehalts beim Arzt zur Diskussion. Statistiken zeigen, dass nur sehr wenige Selbstständige die Möglichkeit wahrnehmen, sich vom Selbstbehalt befreien zu lassen. Des Weiteren werden Neuerungen beim Krankengeld für Selbstständige präsentiert. Dieser Artikel versucht mehr Transparenz in Hinblick auf Selbstbehalte bei Arztbesuchen und Krankengeld für EPU zu liefern und setzt sich auch mit der Verbuchung von Selbstbehalten am Beispiel der E/A-Rechnung auseinander.

 

Befreiung vom Selbstbehalt bei Arztbesuchen

Viele der über 240.000 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) in Österreich belastet der Selbstbehalt bei Arztbesuchen, da sie finanziell ohnedies schon unter Druck stehen.

Der Tiroler Bernd Troger, der als Ein-Personen-Unternehmen den „Deferegger Senf“ österreichweit etablieren will, drückt die oft etwas prekäre Lage der UnternehmerInnen folgendermaßen aus: „Auch wenn die Produkte innovativ sind, meine Finanzierung etwa ist streng konservativ. Ich mache einen Schritt nach dem anderen. Das braucht Geduld und Rückgrat.“ [Bernd Troger, Kurier Wien, 15.11.2012]

Dieses Zitat bringt die Herausforderung zum Ausdruck, der sich Österreichs UnternehmerInnen tagtäglich stellen müssen.

Daher möchte man Selbstständige entlasten und diskutiert über eine Abschaffung des Selbstbehalts für EPU.

 

Befreiung aufgrund der Einkommensgrenze

Um vom Selbstbehalt bei Arztbesuchen in Höhe von 20 % befreit zu werden, darf das monatliche Einkommen bei EPU bei maximal EUR 815,- liegen.

Statistiken zeigen allerdings, dass nur sehr wenige Selbstständige diese Möglichkeit nutzen. Rund 50 % aller SVA-Versicherten sind auf unter EUR 700,- im Monat eingestuft. Wer kein zusätzliches Einkommen bezieht, hätte also Anspruch auf eine Befreiung vom Selbstbehalt.

 

Reduktion des Selbstbehalts auf 10 %

Seit 1. Januar 2012 läuft ein Programm der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA), das die Gesundheit von heimischen Selbstständigen in den Mittelpunkt stellt. Finanzielle Entlohnung gibt es für all jene, die sich übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen abgewöhnen, Blutdruck und Gewicht senken.

Der Versicherte vereinbart im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mit seinem Arzt Gesundheitsziele. Werden die vereinbarten Ziele in einem halben Jahr erreicht, zahlt der Selbstständige in den zwei bis drei Folgejahren nur noch 10 % Selbstbehalt bei Arztbesuchen anstatt wie bisher 20 %.

 

Abschreibung von Krankheitskosten

Aufwendungen für Arztbesuche sind nur dann als Betriebsausgabe abzugsfähig, wenn entweder eine typische Berufskrankheit (z.B. Staublunge, Hautkrankheit, Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparats) vorliegt oder der Zusammenhang zwischen Erkrankung und Beruf eindeutig feststeht (z.B. Arbeitsunfall im Betrieb).

Im Regelfall sind Krankheitskosten nur als außergewöhnliche Belastung absetzbar.

UnternehmerInnen können Krankheitskosten (mit Selbstbehalt) - darunter fällt der Selbstbehalt der SVA für Arztbesuche - dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung abschreiben.

 

Verbuchung von Selbstbehalten bei Arztbesuchen am Beispiel der E/A-Rechnung

…wenn diese als Betriebsausgabe abzugsfähig sind

a) Anlage eines Kontos für die Geltendmachung von Arztkosten als Betriebsausgabe:

Krankengeld

b) Eingabe der Buchung:

 

Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung

Die Abbildung zeigt die Einkommensteuererklärung für 2012. In die Kennzahl 730 sind die Krankheitskosten in Höhe von EUR 250,- einzutragen, sofern die Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung absetzbar sind.

Abschnitt „Außergewöhnliche Belastungen“ in der Einkommensteuererklärung

Damit die Ausgaben für Arztkosten, die als außergewöhnliche Belastung in die Steuererklärung aufgenommen werden könnten, in Evidenz sind, können diese in der Buchhaltung auf einem eigenen Privatkonto miterfasst werden. So haben Sie die Summe der Ausgaben über die Buchhaltung zur Hand.

Wichtig: Die Verbuchung muss auf einem erfolgsneutralen Konto erfolgen, das keine Zuordnung zum E 1a hat.

c) Anlage eines Kontos für die Evidenzhaltung von Arztkosten als außergewöhnliche Belastung:

d) Eingabe der Buchung:

 

Krankengeld für Selbstständige

Das Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2012 sieht bei längerer Krankheit zukünftig ein Krankengeld vor. Selbstständig Erwerbstätige, die keinen oder weniger als 25 Dienstnehmer beschäftigen, werden künftig eine Unterstützungsleistung in Höhe von 26,97 EUR pro Tag bei lange andauernder Krankheit erhalten, wobei der Betrag jährlich valorisiert wird.

Der Anspruch darauf besteht ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit bis zu einer Höchstdauer von 20 Wochen, wenn es sich um ein und dieselbe Krankheit handelt. Das Gesetz soll sicherstellen, dass länger andauernde Krankheiten für selbstständige KleinunternehmerInnen keine Existenzbedrohung darstellen. Für die Zeit davor wird es nach wie vor die Krankentagegeld-Versicherung geben, die ab dem 4. Tag der Krankheit zusätzlich in Anspruch genommen werden kann. Neu ist, dass die tägliche Unterstützung im Krankheitsfall mindestens EUR 27,- betragen muss.

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